Erdgasaufbereitung - mehr als nur Trocknen

Etwa drei Viertel der Erdgaslagerstätten sind reine Erdgasvorkommen, etwa ein Viertel sind Öllagerstätten mit assoziiertem Gas.

Um die vertraglich garantierten Heiz- und Brennwerte sowie die für den Betrieb der Gasgeräte wichtige Wobbezahl einzuhalten, muss der Methananteil des Gases weitgehend konstant bleiben. Bei Schwankungen werden zur Einstellung der Verbrennungseigenschaften höhere Kohlenwasserstoff nach Bedarf zugemischt oder abgetrennt. Einige Gaslagerstätten enthalten Sauergas. Dieses Erdgas beinhaltet auch Schwefelwasserstoff. Neben Methan und Wasser führt das geförderte Erdgas meistens auch höhere Kohlenwasserstoffe wie Äthan, Propan, Butan, Pentan usw. und den nicht organisch gebundenen Stickstoff N2 mit.

Entschwefelung durch Gas-Wäsche
"Saures" Erdgas muss zunächst entschwefelt werden, bevor es weiter aufbereitet werden kann. Dies geschieht in Entschwefelungsanlagen, hohen Waschtürmen, in denen das Gas unter hohem Druck von unten nach oben steigt und dabei Waschlaugebäder durchtritt. Der gewonnene Schwefel wird für die Industrie aufbereitet.

 

Trocknen mittels Druckentspannung
Unter Nutzung des Lagerstättendrucks erfolgt die Trocknung des Erdgas in einer Erdgastrocknungsanlage in mehreren Schritten über Freiwasserabscheider und Hochdruckseparatoren. Weil in vielen Erdgasvorkommen nachrückendes Wasser für den Förderdruck sorgt, kommt bei der Förderung auch Wasser oder Wasserdampf mit. Würde das Erdgas jedoch feucht auf die Reise zum Verbraucher geschickt, würden Frost und Rost die Stahlrohrleitungen und Armaturen beschädigen.

Erst nach diesen Prozessen kann das Erdgas in die Kundenleitungen eingebracht werden.

 
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